How To Draw – Grundlagen

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Hallo ihr Lieben, auf Instagram habe ich euch gefragt, ob ihr Lust auf ein Format zum Thema Malen und Zeichnen habt. Ihr wolltet es – ihr bekommt es! :-)
In diesem ersten Post der zukünftigen „How To Draw“ Reihe zeige ich euch zuerst einmal verschiedene Materialien und deren Grundlagen.

Kurz Vorweg: Ich mache das Ganze nicht, weil ich mich für eine super tolle Künstlerin halte oder derartiges. Ich habe einfach Spaß an Kreativem und möchte meine Tipps, Tricks und Erfahrungen mit euch teilen. :-)

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Bleistift

Beginnen wir mit so ziemlich dem Simpelsten. Als ich mit Bleistiftzeichnungen angefangen habe, habe ich mir einfach den erstbesten Stift geschnappt, den ich finden konnte und habe auf einem Stück Druckerpapier losgelegt. Da gibt es aber weitaus mehr Optionen. Bleistifte gibt es nämlich in vielen verschiedenen Härten. Ich besitze ein Set mit den Abstufungen von 5B bis 5H, also von weich nach hart. Wie sich das aufs Zeichnen auswirkt könnt ihr ganz gut am Bild oben erkennen, da habe ich euch Farbverläufe der einzelnen Härten aufgemalt. Was das Papier angeht solltet ihr vor allem darauf achten, dass dieses nicht zu dünn ist und zwar eine gestrichene aber dennoch leicht raue Struktur besitzt. So bleiben die Farbpartikel an der Oberfläche haften aber beim Radieren zerreißt oder zerknickt nicht gleich das ganze Blatt.

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Ihr könnt allerdings nicht nur die Härte variieren, sondern auch die Strichstärke. Durchs doll oder eben weniger doll aufdrücken erzielt ihr verschiedene Ergebnisse.

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Je nachdem was ihr zeichnen wollt und welche Stofflichkeit das gewählte Objekt hat, bieten sich unterschiedliche Schraffuren an. Nehmt am besten mal ein Test-Blatt und probiert ein wenig mit eurer Handbewegung beim Zeichnen herum. Ihr werdet merken, dass z.B. parallele Linien ganz anders wirken als eine Kritzelschraffur.

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Gerade bei Porträts, wenn man beispielsweise Haut oder Lippen zeichnet, kann es sinnvoll sein, das Gezeichnete zu verblenden. Durchs Verblenden erhaltet ihr einen sanften Grauschleier, der sich beim normalen Schraffieren nicht ergibt. Was die Art des Verblendens angeht könnt ihr verschiedene Hilfsmittel nutzen. Drei Beispiele habe ich im Bild oben aufgeführt: Die obere Fläche habe ich mit einem Papierwischer nach rechts verwischt. Die Fläche darunter hingegen ganz einfach mit dem Finger und die unterste mit einem weichen Pinsel. Die Ergebnisse sind zwar ähnlich aber nicht ganz gleich. Da man dafür keine Hilfsmittel braucht bietet es sich an, zuerst einmal das Verblenden mit dem Finger zu üben.

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Zuguterletzt möchte ich, dass ihr euer Denken einmal umkehrt. Normalerweise hat man ein weißes Blatt Papier, auf dem man mit dem Bleistift zeichnet. Es geht aber auch umgekehrt, indem ihr aus einer bereits gezeichneten Fläche etwas herausradiert. Diese Radierungen können einen ganz anderen Effekt erschaffen, als durch reines Zeichnen.

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Auf dem obigen Bild seht ihr noch einmal eine Übersicht meiner Bleistift-Techniken.

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Fineliner

Auf Fineliner möchte ich nur kurz eingehen. Es gibt Fineliner jeder Farbe und Stärke. Mit Stärke ist hierbei die Dicke der Mine gemeint. Ich benutze vier verschiedene Ausführungen, die ich euch im Bild oben einmal aufgezeigt habe. Meist zeichne ich damit nur Konturen und benötige keine Farbverläufe oder Abstufungen. Diese kann man mit Finelinern nur durch dichte oder weniger dichte Schraffuren erzielen. Wenn ihr eine Weile mit Bleistift experimentiert hat, sollte euch das Zeichnen mit Fineliner vermutlich nicht schwer fallen.

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Buntstifte / Polychromos

Was Buntstifte angeht gibt es extrem viele Ausführungen. Früher habe ich ganz normale Bunstifte genutzt, bis ich auf die Polychromos von Faber-Castell umgestiegen bin.
Ich finde im Gegensatz zu anderen Buntstiften haben diese den Vorteil, dass man durch verschieden dolles Aufdrücken bessere Verläufe mit einem einzelnen Stift kreieren kann. Wenn man dann eine zweite oder dritte Farbe ins Spiel bringt sind den Möglichkeiten fast keine Grenzen gesetzt. Ein Beispiel habe ich euch mit dem Farbverlauf von pink zu lila aufgemalt. Dazu habe ich links zuerst mit einem Verlauf der pinken Farbe begonnen (genau so, wie im Beispiel darüber) und von rechts mit einem Verlauf der lila Farbe daraufhin gearbeitet.

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Eine weitere tolle Option ist das Aufbauen der Farben aufeinander. Für das Beispiel habe ich drei verschiedene Farben gewählt und diese in verschiedenen Reihenfolgen aufgebaut. Links habe ich mit pink begonnen, in der Mitte mit lila und rechts mit einem beerigen Ton. Darauf habe ich jeweils die beiden anderen Farben gemalt. Wie ihr seht sieht das Endergebnis aller drei Versuche ähnlich, aber doch unterschiedlich aus. Den Farbkombinationen fürs Aufbauen sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

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Genau wie bei Bleistiftzeichnungen kann auch hier mit diversen Schraffuren gearbeitet werden, nur dass hier zusätzlich das Mischen mehrerer Farben möglich ist.

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Die Strichstärke lässt sich natürlich ebenfalls durch festes oder leichtes Aufdrücken der Mine verändern.

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Hier noch einmal eine Zusammenfassung meiner Buntstift-Techniken.
Beim geeigneten Papier für Buntstifte, speziell Polychromos scheiden sich ein wenig die Geister. Meiner Meinung nach ist ein leicht raues, festes Papier gut geeignet. Es sollte aber nicht zu staubig sein, da die Farbe sonst nicht am Papier haftet sondern abbröckelt und so kleine weiße Tupfer ins Papier reißt.

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Aquarellfarben

Aquarellfarben können sehr vielseitig sein. Allein bei den Farben gibt es viel Auswahl: Aquarell-Tuben, Farbkästen mit festen Farbklötzchen oder aber Aquarellstifte. Als Bemalstoff solltet ihr auf jeden Fall ein dickes, raues Papier verwenden, am besten von einem richtigen Aquarellblock. Da mit viel Wasser gearbeitet wird muss das Papier eben auch viel Wasser aufnehmen können ohne wellig zu werden.
Je nachdem, wie präzise man mit den Farben arbeiten möchte kann man dabei breitere oder dünnere Pinsel verwenden. Wichtig ist nur, dass die Pinsel für Aquarellfarben geeignet sind und weiche Borsten haben.

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Eine Alternative zu normalen Pinseln sind Water Brush Pens, das sind Pinsel mit Wassertanks. Für Anfänger sind sie vielleicht etwas einfacher in der Handhabung, da sie wie Stifte oder Marker in der Hand liegen.

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Verschiedene Farbintensitäten erreicht ihr bei Aquarellfarben durch das Mischen der Farbe mit viel oder wenig Wasser. Viel Farbe und wenig Wasser ergibt natürlich ein kräftigeres Ergebnis, als viel Wasser und wenig Farbe.

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Die Verläufe zwischen verschiedenen Farben sind bei Aquarell nicht so strikt planbar, wie beispielsweise bei Buntstiften. Bei Aquarellfarben malt ihr zwei farbintensive Flächen verschiedener Farben und verbindet diese mit Wasser. So laufen beide Farben ineinander. Je nachdem was ihr euch für euer Bild wünscht könnt ihr diese Verläufe entweder komplett zufällig ineinander fließen lassen oder aber warten bis eine Farbe angetrocknet ist. Dadurch ist der Farbverlauf etwas kontrollierter kreierbar.

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Ähnlich wie beim Bleistift und dem Radieren muss man auch bei Aquarellfarben ab und zu mal anders denken. Man neigt dazu schnell das ganze Bild voller Farbe zu malen. Dadurch fehlen dann aber häufig die Kontraste im Bild. Um dagegen anzugehen solltet ihr Weißflächen im Bild frei lassen. Wenn ihr noch einen Schritt weiter gehen möchtet, könnt ihr auch so weit experimentieren, dass ihr das gesamte Motiv frei von Farbe lasst. Ein Beispiel dafür habe ich euch auf dem Foto oben aufgemalt.

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Wenn ihr euch von festgelegten Formen lösen wollt und in eine etwas künstlerischere Richtung gehen wollt, dann lasst den Farben freien Lauf. Stellt euer Papier waagerecht auf, zum Beispiel mit Hilfe einer Staffelei oder einer Unterlage die ihr etwas schräg anlegt. Dann malt ihr aus dem lockeren Handgelenk heraus euer Motiv und lasst das Wasser und die Farben so laufen, wie sie eben laufen wollen. Wenn dabei Teile des Motivs unkenntlich werden macht das nichts aus, es gibt dem Bild einen kreativen und freien Touch.

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Sind hingegen präzise Formen oder Muster euer Ziel, so lohnt es sich mit Aquarellstiften zu arbeiten. Mit den Stiften könnt ihr wie mit ganz normalen Buntstiften Motive aufmalen und sie anschließend mit einem in Wasser getunkten Pinsel verwischen.

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Die Zusammenfassung darüber, wie sich die verschiedenen Malweisen im Vergleich aufs Ergebnis auswirken seht ihr im Bild oben.

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Acrylfarben

Bei Acrylfarben gibt es etliche Hersteller, ich persönlich kaufe Acrylfarben gerne, wenn ich sie mal im Angebot irgendwo sehe, oder aber in 1€- und Klüngelläden. Bisher konnte ich zwischen teuren und günstigen Farben nicht wirklich einen Unterschied feststellen. Was die Pinsel angeht sollten welche mit festen Borsten verwendet werden, wie auf dem Foto oben. Oder aber ihr arbeitet mit Spachteln aus Metall oder zweckentfremdeten alten Plastikkarten aus dem Portemonnaie. Üblicherweise arbeitet man bei Acrylfarbe auf Leinwänden, Malpappe aus Leinwandkarton oder dickem Papier.

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Für das Mischen der Farben gibt es zwei einfache Techniken. Entweder ihr mischt auf einer Farbpalette (eine gute und günstige Alternative dazu sind übrigens alte Eierkartons) zwei Farben zu einer neuen zusammen…

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oder ihr tunkt euren Pinsel in zwei verschiedene Farben und mischt sie so erst beim Auftragen. Die zweite Variante eignet sich beispielsweise super für Sonnenuntergänge in verschiedenen Gelb- und Rottönen.

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Den Unterschied bezüglich des Auftrags seht ihr auf diesem Foto. Ich glaube welches Ergebnis zu welcher Technik gehört ist offensichtlich, oder? :-)

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Was beim Bleistift durch verschiedene Schraffuren erreicht werden kann ist bei Acrylfarben durch die Wahl des Pinselduktus möglich. Gemeint ist damit die Art, den Pinsel aufzudrücken und zu bewegen. Ihr könnt beispielsweise kreisende oder wischende Bewegungen machen, Wellenlinien ziehen oder die Borsten des Pinsels (oder z.B. einen alten Küchenschwamm) auf den Untergrund auftupfen.

Insgesamt gilt auf jeden Fall: Übung macht den Meister. Probiert einfach ein wenig auf Test-Blättern herum bevor ihr ein richtiges Bild anfangt und setzt euch dabei nicht selbst unter Druck ein bestimmtes Ergebnis erzielen zu wollen. Das Zeichnen und Malen soll schließlich vor allem eins bringen: Spaß! :-)

Vielleicht konnte ich dem ein oder anderen hier schon ein paar Tipps und Tricks verraten, vielleicht wusstet ihr aber auch schon alles, was dieser Post enthält. Mir war es sehr wichtig meine „How To Draw“ Reihe mit den Grundlagen zu beginnen, damit alle Leser mitkommen können, auch die, die bisher noch nicht so viel Erfahrung in dem Bereich haben.

Ich würde mich auf jeden Fall sehr über ein Feedback zu diesem Post in den Kommetaren freuen. Falls ihr Anregungen oder Wünsche für zukünftige „How To Draw“-Posts habt lasst mich das gerne wissen!

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